Wittenberg 1938, Aufnahme von Süden nach Norden, Richtung Alt-Posttal © Klara Bollinger
Wittenberg 1938, Aufnahme von Süden nach Norden, Richtung Alt-Posttal        © Klara Bollinger
           Klara Bollinger - 2014

In Wittenberg Bessarabien bin ich im November 1934 geboren. Nach Umsiedlung, Flucht und Ankommen in Württemberg, erhielt ich 1975 von unserer Mutter die Abschriften aus den Kirchenbüchern in Wittenberg. Diese Abschriften benötigten wir 1940 bei der Umsiedlung für unseren „arischen“ Nachweis. Die Vermerke auf den Abschriften über die Herkunft unserer Vorfahren weckten mein Interesse für die Ahnenforschung, die ich 1982 begann und ursprünglich nur für unsere Familie gedacht war. Bei meiner Forschung erfasste ich viele Auswanderer Familien in den württembergischen Kirchenbüchern im Schwarzwald, deren Namen später nicht nur in Wittenberg vorkamen. Fehlgeleitet wurde ich zu Beginn meiner Forschung bei den Angaben in Dr. Stumpps Buch „Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763 - 1862“. In dem die Angaben zur Herkunft durch die phonetische Wiedergaben die Ortsnamen allzu oft verfälscht wiedergegeben sind. Erst in den württembergischen Kirchenbüchern vor Ort fand ich dann die richtigen Hinweise zu ihrer Herkunft. Meine weitere Forschung erstreckte sich außer Württemberg und Bessarabien auch nach Polen. Wie viele Mikrofilme aus Polen ich während meiner intensiven Forschung durchgesehen habe, sind in „Quellenangaben“ nachzulesen. Aus dieser Forschung und Sammlung entstand mit meinem genealogischen Teil, zusammen mit Paul Raths geschichtlichem Teil, unser Heimatbuch „Wittenberg“. Welches durch das Heimatmuseum der Bessarabien-Deutschen in Stuttgart 1987 herausgegeben wurde. Unser Heimatbuch möchte ich mit dieser Homepage nicht schmälern.

Die Genealogiedaten des Heimatbuches Wittenberg gab ich ab 1993 in den PC ein und berichtigte alle Fehler im Buch. Nach der Grenzöffnung zur DDR 1989, sind zwei verfilmte Familienbücher Wittenbergs aus dem Staatsarchiv Leipzig/Sachsen dazu gekommen, die ich bei der Bearbeitung für das Heimatbuch nicht hatte, und die Umsiedlungsliste von Wittenberg 1940, die der inzwischen verstorbene Paul Rath in Potsdam anforderte. Den Anspruch auf Fehlerfreiheit in der Genealogie erhebe ich nicht.

 

Von Oktober 1996 – Dezember 2007 arbeitete ich zusammen mit meinem Mann einmal wöchentlich ehrenamtlich im Archiv für Familienkunde im Bessarabien-Deutschen Museum in Stuttgart. Wir suchten auf Anfragen für Familienforscher Daten aus den verfilmten Kirchenbüchern heraus, diese gab ich in den PC ein und schickte die zusammengestellten Daten den Anfragenden zu. Geburtsbestätigungen bei Erbschaftsange- legenheiten, oder bei Verlust der Unterlagen während der Flucht, wurden ebenfalls ausgestellt. An das Museum in Stuttgart gab ich meine berichtigten Wittenberger Daten auf den PC im Familienkunderaum weiter, mit allen von mir erforschten Daten meiner eigenen Familie, die ich heute im Internet in anderen Homepages wieder finde – welche nicht durch mich den Homepage Betreibern zugeschickt wurden. Daher mein Motto:

 

Angegebene Quellen spiegeln den Charakter, die Moral und die Ethik eines Familienforschers wider“.

 

Alle Personen, die nach unserem Ausscheiden aus dem Museum in Stuttgart von dort Daten für ihre Familienforschung ohne Quellenangaben zugeschickt bekommen, die zu Wittenberger Einwanderern einen Bezug haben, dazu gehören auch die Daten meiner Vorfahren, können anhand der Daten auf dieser Homepage erkennen, wer der eigentliche Forscher ihrer zugeschickten Daten ist.

Meine persönlichen, hier aufgeführten Auswanderer Familien, sind auch die Vorfahren anderer Bessarabien-Deutscher Nachkommen. Diese Daten stelle ich den privaten Nutzern gerne zur Verfügung, die sich mit mir in Verbindung setzen. Dokumente, Bilder und Daten, die ich hier veröffentliche, dürfen nicht für kommerzielle Zwecke und Ziele verwendet werden, dies untersage ich hiermit ausdrücklich!

 

Zu dem allgegenwärtigen Thema des Abschreibens möchte ich einige Zitate aus dem Genealogie-Heft „FAMILIEN FORSCHUNG“ Ausgabe 2012/13 Seite 116, dem Artikel „Geben und Nehmen? Oder doch lieber nur nehmen?“, von der Redakteurin Doris Reuter, nach Rücksprache mit ihr, hier wiedergeben. Diesen Artikel sollten sich alle Forscher – im Besonderen die „Abschreiber“ - zu Gemüte führen:

„Leider gibt es unter den Nehmenden auch solche, die eine seltsame Leidenschaft treibt. Sie sammeln alle verfügbaren Informationen zusammen und geben sie ganz gezielt als eigene Forschungsarbeit freudig weiter. Diese Daten verbreiten sich nun nicht über die eingangs geschilderten Wege, sondern die Verbreitung erinnert tatsächlich an die Redewendung, dass sich hier jemand bewusst mit „fremden Federn“ - sprich: mit jahrzehntelanger Forschungsarbeit Anderer schmücken möchte“. In einem weiteren Absatz: „Wie einfach wäre dieses Problem zu lösen, wenn sich alle Forscher an eine einfache Grundregel halten würden: Mit der Angabe des Urhebers übernommener Daten wird nicht nur eine Wertschätzung seiner Arbeit ausgedrückt und ihm für seine Großzügigkeit, die Daten offenzulegen, gedankt. Es ist eigentlich eine selbstverständliche Minimalanforderung an zwischenmenschliche Umgangsformen. - Geben und Nehmen ist auch immer eine Frage von Vertrauen und gegenseitigem Respekt“.

 

                   Viel wirst du geben, wenn du auch gar nichts gibst als das Beispiel Seneca

 

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